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    DER KLEINE PRINZ
    Theaterstück nach der Erzählung von Antoine de Saint-Exupèry
    in der Aufführung des “Theaters in medias res”

    Zur Enstehung der Erzählung “Der kleine Prinz”

    Vom Flug nach Arras war es, so seltsam es klingen mag, nur ein kleiner Schritt zu Saint-Exupérys nächstem Werk Der kleine Prinz, das er im Sommer 1942 zu schreiben begann. Denn die Kritik am kollektiven Denken und dem westlichen Materialismus, die gegen Ende des Flug nach Arras so deutlich zum Ausdruck kam, wurde in diesem späteren Werk einfacher dargeboten.

    Der kleine Prinz dieser entzückenden Fabel für Erwachsene ist nicht nur das Kind, das Saint Ex gerne gezeugt hätte (wie er im Jahre 1924 an seine Mutter geschrieben hatte: "Ich habe einen solchen Vorrat an Vaterliebe in mir aufgespeichert, dass ich mir eine Menge kleiner Antoines wünsche"), in seiner Einsamkeit und Abgeschlossenheit ist er ein Symbol dessen, was der moderne Mensch auf einem Planeten geworden ist, wo es in steigendem Masse keinen "Gärtner für Menschen" mehr gibt

    Die Welt des kleinen Prinzen ist wie Kafka's Schloss voller verblüffender Mysterien; und die frostige Stimmung der Einsamkeit, die sie bedroht, stammt von einer Abwesenheit, die dieses vereinsamte Kind zur Waise macht. Was da ab-wesend ist, wird in der Erzählung niemals genau angegeben, aber es ist überall angedeutet.

    Vor Jahren hatte er in sein Notizbuch geschrieben: Allzufrüh in einem Alter, in dem man noch eine Zuflucht sucht, wurden wir Gottes entwöhnt, und so müssen wir uns jetzt als einsame kleine Kerlchen durchs Leben schlagen."..

    Das Buch wurde anscheinend in einem Anfall schöpferischen Fiebers geschrieben. "Er macht auf mich den Eindruck", schrieb Rougemont in sein Tagebuch, "eines Hirns, das nicht mehr aufhören kann zu denken." Vielleicht trug auch sein schlechter Gesundheitszustand dazu bei, seine Phantasie zu beflügeln. Zwar war kaum ein Gedanke in diesem Werk, der nicht schon in seinen früheren Schriften ausgesprochen worden war, aber "diese Welt der Kindheitserinnerungen mit unserer Sprache und in den Spielen, die wir erfunden haben, wird mir immer verzweifelt wahrer erscheinen als die andere."

    Der kleine Prinz ist selbstverständlich Saint Exupéry als Kind. ... Wie alle grossen Fabeln ist diese voller Zauber für ein Kind, aber auch eine reiche Fundgrube für Erwachsene - von denen der deutsche Philosoph Martin Heidegger den kleinen Prinzen als eins der grossen existentialistischen Bücher dieses Jahrhunderts ansah.

    Es spiegelt in rein lyrischer Form viele der Themen, die dem Verfasser am meisten am Herzen lagen. Die Zerbrechlichkeit der Freude, die ursprüngliche Bedeutung der Liebe, ohne die man blind ist, und die Wichtigkeit einer Mission, einer Pflicht, einer Verpflichtung im Leben. Die Freude, die kommt, besteht nicht, weil sie gegeben oder empfangen wird, sondern weil sie verdient ist wie das süsse Wasser des Lebens, das "entsprungen war aus dem Marsch unter den Sternen, aus dem Gesang der Rolle, aus der Mühe meiner Arme".

    (Von Curtis Cate aus Königs Erläuterungen)

     

Prinz Büste freigestellt Kopie1